Alle Kinder sind verschieden! Sie haben jeweils unterschiedliche Begabungen, andere Stärken, Schwächen und einen individuellen Entwicklungsverlauf. Die Unterschiede beim Lernen der Kinder werden erkannt und akzeptiert. Oberstes Ziel des Unterrichtes ist es, dass jedes Kind seine Lernmöglichkeiten ausschöpfen kann.
In der jahrgangsgemischten Schuleingangsphase werden in einem Klassenverband Schüler*innen der Jahrgänge 1 und 2 gemeinsam unterrichtet. Die Schuleingangsphase bedeutet, dass die Lernenden ein, zwei oder drei Jahre Zeit haben, um die Klassen 1 und 2 zu durchlaufen.
• Wir gestehen Kindern unterschiedlich viel Zeit zu, um die Schuleingangsphase zu durchlaufen.
• Die Kinder müssen nicht alle zur gleichen Zeit den gleichen Lernstoff bewältigen.
• Wir bestärken, fördern und fordern Kinder dort, wo besondere Begabungen erkennbar sind.
• Wir geben dort Hilfe, wo Schwierigkeiten deutlich werden.
• Die Kinder lernen das selbstständige Lernen (Eigenverantwortung, Struktur).
An unserer Schule gibt es vier jahrgangsgemischte Eingangsklassen, bestehend aus den Minis (Erstklässler*innen) und Maxis (Zweitklässler*innen). Zwei Klassenlehrer*innen bilden dabei ein Team. Die Maxis dieser beiden Klassen bilden in der Regel im 3. Schuljahr eine gemeinsame Klasse. Alle Lehrkräfte in den jahrgangsgemischten Klassen kooperieren miteinander. Sie planen ihren Unterricht im kleinen Team gemeinsam. In regelmäßigen Abständen trifft sich auch das große Team (alle Lehrer*innen der Eingangsklassen), um größere Vorhaben oder Projekte zu planen, sich über Unterrichtsmethoden auszutauschen oder Ziele für die verschiedenen Lernbereiche und Fächer anhand der neuen Lehrpläne festzulegen.
Die Stundenpläne der Lerngruppen 1/2 werden soweit möglich parallel gestaltet, so dass je nach Thema und Bedarf nicht nur innere Differenzierung möglich ist, sondern auch die Form der äußeren Differenzierung durch Bildung zeitlich begrenzter Arbeitsgruppen machbar ist.
Kinder erreichen zu unterschiedlichen Zeiten und in unterschiedlichem Lerntempo unterschiedliche Ziele. Selbstverantwortliches Lernen, Individualisierung sowie das Lernen miteinander und voneinander sind Prinzipien unserer pädagogischen Arbeit.
Um die Fähigkeiten, Fertigkeiten und Kenntnisse eines jeden Kindes im Lernprozess stärken zu können, sind Formen der inneren Differenzierung notwendig.
Dies vollzieht sich in Organisationsformen wie
• Arbeitsplänen
• Projekten
• Arbeiten mit Lernkarteien und differenzierten Materialien.
Die dazu notwendigen Materialien stehen jeder Lerngruppe zur Verfügung. Insgesamt ist das Material beider Jahrgänge allen Kindern zugänglich. Beispielsweise kann ein Mini-Kind Materialien der Maxis bearbeiten, während ein Maxi bei Bedarf Aufgaben der Minis wiederholt.
Der gemeinsame Unterricht in den Nebenfächern gründet sich in erster Linie auf dem Prinzip der „natürlichen" Differenzierung. Das heißt, alle Kinder arbeiten im Rahmen ihrer Möglichkeiten an einem gemeinsamen Thema.
Offene Unterrichtsformen in jahrgangsgemischten Lerngruppen erfordern ein kontinuierliches Beobachten und Überprüfen der Lernfortschritte. Beobachtungsbögen und Rückmeldebögen, die die Lernentwicklung eines jeden Kindes im Laufe der Schuljahre dokumentieren, werden genutzt. Förder- und Entwicklungspläne werden jeweils vor den Eltern-Kind-Beratungstagen für leistungsstarke und leistungsschwache SchülerInnen erstellt. Dabei können Kinder mit gleicher Lernausgangslage bzw. gleichem Lernstand in den einzelnen Lernbereichen zu Gruppen zusammengefasst werden. Das Team der Lehrkräfte überprüft begleitend zur unterrichtlichen Arbeit die Lernfortschritte im Sinne ermutigender Leistungserziehung.
Aus unserem Schulprogramm ergibt sich, dass der Förderung des sozialen Lernens (Ich-Stärkung, Kommunikation, Kooperation und Training des friedlichen Konfliktlöse-Verhaltens) ein besonderer Stellenwert zukommt. Auch bietet das Lernen voneinander in der jahrgangsübergreifenden Klasse Möglichkeiten der Kommunikation und Kooperation. In der Anfangszeit helfen die Maxis den Erstklässlern, sich in der Schule zurechtzufinden und ihren Schulalltag zu organisieren. Dabei vertiefen und festigen sie ihre bereits erworbenen Fähigkeiten und werden in ihrem Selbstbewusstsein gestärkt. Auch im laufenden Schuljahr wird z. B. bei Partner- und Teamaufgaben auf das Helfersystem zurückgegriffen.
Die Lehrer*innen in der Eingangsstufe legen genaue Kriterien fest, anhand derer über die Verweildauer in der Schuleingangsstufe entschieden wird. Dabei ist sowohl der Verbleib für ein weiteres Jahr als auch das Überspringen der Klasse möglich. In beiden Fällen werden rechtzeitig Gespräche mit den Erziehungsberechtigten geführt. Die jeweilige Klassenkonferenz überprüft, inwieweit jedes Kind sich entwickelt hat und wo es leistungsmäßig steht und entscheidet sowohl über den Verbleib in der Klasse als auch über das Überspringen einer Klasse. In beiden Fällen bietet das Arbeiten in der jahrgangsgemischten Klasse Vorteile. Das verbleibende Kind kennt bereits die Lerngruppe, in der es bleibt und ebenso die Lehrkräfte. Das überspringende Kind kennt auch die Lerngruppe, mit der es ins nächste Schuljahr geht.